Das Wächterhäuslein

Steinerne Chronik

 

 

Hauptort Thiersheim

Bilder von Thiersheim

 

 
 

 

Geschichte

Eine Tagesreise von Eger entfernt gründeteten ca. im 7.- 8. Jahrhundert wahrscheinlich Franken,
als die ersten Siedler, unser heutiges Thiersheim.
1182 ist der Ort als "Tiersheim" urkundlich nachgewiesen.
Kaiser Friedrich Barbarossa bestätigte in dieser Urkunde eine Schenkung des Markgrafen Diepold III an das Kloster Reichenbach als "Godefriedesgrune aput Tiersheim".
Bereits im Hochmittelalter wurden zur Sicherung an der wichtigen Fernstraßenkreuzung Frankfurt - Eger bzw. Regensburg-Magdeburg 4 Reißhöfe angelegt. In dieser Zeit entstand auch die romanische Taufkapelle "St. Ägidius". Durch mehrere An- und Umbauten entstand im Laufe vieler Jahrhunderte die heutige Kirche.
Im Zuge der Hauptrodungsperiode stoßen bayerische Siedler in das Fichtelgebirge vor. Im ehemaligen Reichsland Eger und Bistum Regensburg gelegen, wird unser Gebiet der Nordgau genannt.

Um 1270 kam Thiersheim an den im Egerland sitzenden Adalbert Nothaft. 1393 verkaufte Peter Nothaft den Thiersheimer Besitz an den Markgrafen zu Meißen. Diese bezeichnen 1398 Thiersheim als Stadt. Es galt das Egerer Recht.

Der ursprüngliche Kern der Siedlung liegt an einer kleinen Anhöhe mit Burghaus und Kirche, östlich die ehemalige Kaplanei, daneben das alte Kantorat. Von Norden schließen 4 Anwesen an die Kirchmauer an. Südlich des Kirchberges liegt der Marktplatz mit Brunnen, darunter verläuft die Hauptstraße. Diese "lange Gasse" war früher durch das Egerer Tor und das Wunsiedler Tor abgeschlossen, nach Norden führte das Thiersteiner Tor. Thiersheim hatte 4 Reißhöfe und 8 Gülthöfe.

 

1415 - 1790 wurden durch Erbfolge die Nürnberger Burggrafen die neuen Landesherren.
1492/1504 entwickelten sich die Sechsämter.
1433 Thiersheim wird eigene Pfarrei mit einem Geistlichen.
1542 Der Historiograph Kasper Bruschius beschreibt das Thiersheimer
Gewerbe des Kugelschabens mit Speckstein.
1613 Die Sechsämter werden aufgelöst, Thiersheim bekommt ein Richteramt.
1700 Einrichtung einer Landkutschenfahrt von Frankfurt-Kulmbach-Thiersheim-Eger.
Seit 1787 gibt es eine Kayßerliche Reichspost und
1843 wird eine Postexpedition errichtet.
1914 fährt die Postkutsche zum letzten Mal.

 

Die meisten Thiersheimer Bürger übten neben der Landwirtschaft eine handwerkliche Tätigkeit aus.
Im Jahre 1670 bildet sich eine Zunft mit Leinwebern. Außerdem herrscht reger Bergbau.
Bereits im Jahre 1421 wird am Fliegenberg Erz abgebaut. Im 18. Jahrhundert entstehen Kalköfen.
In dieser Zeit wird Speckstein aus verschiedenen Zechen gefördert, die 1921 stillgelegt werden.

 

1790 Der Posträuber Mergenthal wird gehängt
1791 Durch Thronverzicht des Markgrafen Alexander kommt Thiersheim an das Königreich Preußen und 1810 durch Napoleon an das Königreich Bayern.
1858 Thiersheim bekommt ein Landgericht und Notariat, 1879 wird es in ein Amtsgericht umgewandelt.
1914 Mit elektrischem Licht und der Eisenbahn beginnt die Industrialisierung.
1927 Das alte Rathaus wird abgebrochen
1930 Bei einem Großbrand wird ein Ortsviertel vernichtet
1932 Das Amtsgericht wird abgezogen.
1950 Die katholische Kirche wird gebaut.
1954 Eine neue Schule wird gebaut.
1978 Mit der Gebietsreform kommen die Gemeinden Grafenreuth, Stemmas und Kothigenbibersbach nach Thiersheim
S. Sch.